Gottesdienste

26. November 10:00 Uhr
(Ewigkeitssonntag)
Pfarrerinnen Heike Iber und Heidrun Miehe-Heger
mit Kindergottesdienst
03. Dezember 10:00 Uhr
(1. Advent)
Pfarrerin Heidrun Miehe-Heger
mit Kindergottesdienst

Gemeindebrief

Aktuelle Ausgabe
November

Kirchenmusik

17. Dezember 2017 18.00 Uhr
Jauchzet! Frohlocket!
14. Januar 2018 18.00 Uhr
Orgelkonzert

Erinnerungsarbeit in der Johannesgemeinde Lichterfelde-West

Juden – Christen jüdischer Herkunft – Zwangsarbeiter

Seit 2005 lässt die Johannesgemeinde in Erinnerung an deportierte Juden und Christen jüdischer Herkunft die von dem Konzeptkünstler Gunter Demnig hergestellten 10 mal 10 mal 10 cm großen Betonquader mit einer leuchtenden Messingplatte belegten Gedenksteine vor der letzten frei gewählten Wohnadresse der Ermordeten verlegen. In Lichterfelde lebten 1933 etwa 1.000 Glaubensjuden in Lichterfelde, die Zahl der Christen jüdischer Herkunft ist nicht genau bekannt. Bis jetzt konnten 38 solcher Stolpersteine im Umfeld der Johannesgemeinde verlegt werden. Bei den Recherchen ergaben sich glücklicherweise auch zahlreiche Kontakte zu noch lebenden Angehörigen oder Freunden, die in jeweiligen Kurzbiographien der Betroffenen publiziert wurden, nachzulesen im Zehlendorfer Gedenkbuch / Bezirk Steglitz unterhttp://www.projekt-stolpersteine.de.

Abb. Drakestr. 47

Bei Taufbuchrecherchen ermittelten wir die seit 1899 in der damaligen Gesamtgemeinde Groß-Lichterfelde getauften Menschen jüdischer Herkunft und forschten nach ihrem Schicksal. Darüber hinaus fanden wir bei den Stolperstein-Recherchen immer wieder Menschen jüdischen Glaubens, die von Nationalsozialisten ver-folgt und umgebracht wurden, nachzulesen in der Broschüre „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“, die 2009 erschien und im Gemeindebüro erhältlich ist.

An der Verlegung der Stolpersteine nahmen viele Gemeindeglieder teil, und es gab mehrfache Gedenkveranstaltungen zum Thema der Judenverfolgung.

Die Beteiligung der Jugendlichen war uns wichtig, und so bezog Pfarrerin Christiane Jenner die Konfirman-den in die Geschichte der Gemeinde im Dritten Reich mit ein. Die Konfirmanden erarbeiteten eine CD mit der überlebenden Christin jüdischer Herkunft, die in Steglitz getauft und in der Johanneskirche konfirmiert wurde, bevor sie als „Mischling I. Grades“ untertauchen musste. Erika Smeets, geborene Freudenberg, emigrierte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach Holland, wo sie bis zu ihrem Tod 2009 lebte.

In Lichterfelde lebten viele Menschen, die sich aktiv im Widerstand befanden und nach dem missglückten Attentat am 20. Juli 1944 von den Nationalsozialisten verfolgt und umgebracht wurden. Dazu gehörten die Juristen Friedrich Justus Perels, Freund Dietrich Bonhoeffers und früh in die Attentatspläne eingeweiht, und Josef Wirmer, Mitglied des Kreisauer Kreises. Beide wurden vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und ermordet, Josef Wirmer am 09. August 1944 in Plötzensee und Friedrich Justus Perels am 22. April 1945 in der Lehrter Straße. Der Vater von Friedrich Justus Perels, der Altphilologe Prof. Dr. Ernst Perels, wurde in Sippenhaft genommen und kam im Konzentrationslager Flossenbürg um.

Drei Gemeindemitglieder ergriffen 2001 privat die Initiative, ehemaligen Zwangsarbeitern des KZ-Außenlagers Wismarer Straße materiell zu unterstützen, Besuche in Warschau abzustatten und Freundschaften zu schließen. Die Johannesgemeinde unterstützte diese Initiative mit Spenden.

An der Wismarer Straße befindet sich eine Stele, vor der jeden 08. Mai, dem Tag der Befreiung, Gedenkveranstaltungen stattfinden, die von Klaus Leutner ins Leben gerufen wurden.

Friedrich Justus
Perels, Viktoriastr. 4 A
in Lichterfelde

Prof. Dr. Ernst Perels
Weddigenweg 64
in Lichterfelde

Josef Wirmer
Dürerstr. 17
in Lichterfelde

Hildegard Frisius