Aktuelle Hinweise

Sommerfest

Gottesdienste

27. Mai 10:00 Uhr
(Trinitatis)
Pfarrerin Heidrun Miehe-Heger & Team
03. Juni 12:00 Uhr
(1. Sonntag n. Trinitatis)
Auf der Steglitzer Festwoche (s. Gemeindebrief)
In Johannes findet an diesem Sonntag kein Gottesdienst statt!
10. Juni 10:00 Uhr
(2. Sonntag nach Trinitatis)
Pfarrerin Heidrun Miehe Heger
10. Juni 11:30 Uhr
(2. Sonntag nach Trinitatis)
Familienkirche
Pfarrerin Heike Iber und Team
17. Juni 10:00 Uhr
(3. Sonntag nach Trinitatis)
Pfarrerin Heidrun Miehe-Heger
mit Kindergottesdienst
24. Juni 10:00 Uhr
(4. Sonntag nach Trinitatis)
Pfarrerin Heike Iber
mit Kindergottesdienst
anschließend Kirchencafé
01. Juli 10:00 Uhr
(5. Sonntag nach Trinitatis)
Pfarrerin Heidrun Miehe-Heger
mit Kindergottesdienst

Gemeindebrief

Aktuelle Ausgabe
Mai

Kirchenmusik

10. Juni 2018 18.00 Uhr
Kantatenkonzert

Zur Entstehung und Deutung des Wandbehangs

Karoline Mayer

Der Bilderbibel-Wandbehang der Johanneskirche ist eine Gemeinschaftsarbeit der Frauengruppe Octava Estacion (Achte Kreuzwegstation: die weinenden Frauen von Jerusalem). Wie viele andere Gruppen hat sich die Octava Estacion in den siebziger Jahren während der Diktatur Pinochets in Chile gebildet in einer Zeit, in der wir gemeinsam mit vielen Leuten in den Armenvierteln nach Überlebensstrategien suchten und um das tägliche Brot kämpften. 50 - 60 % der Familienväter waren arbeitslos, andere im Gefängnis, einige festgenommen und verschwunden oder untergetaucht.
Die Frauen erhielten Unterricht in Handarbeit, Farbenlehre und Organisation, konnten sich untereinander über ihre Situation austauschen und einander beistehen. Einige nahmen an Alphabetisierungskursen teil. Zusammen mit dem Ausbilderinnen-Team der Fundacion Missio wurden die Produkte ausgewählt, die die jeweilige Frauengruppe herstellen wollte. Eine Vielfalt von Handarbeiten entstand: Taschen, Bekleidungsstücke, Wandbehänge mit politischem Inhalt oder auch für Kinderzimmer und andere Räume.
Als es um die Wahl der Handarbeit ging, entschied sich die Gruppe Octava Estacion für Wandbehänge mit religiösem Inhalt. Jede der Frauen - Matilde, Telenia, Marta, Dominga, Felicitá ... hatte ein schweres Schicksal und in ihren christlichen Basisgemeinden (sie stammten aus verschiedenen Armenvierteln) hatten sie beim Hören der Frohen Botschaft etwas Licht und Trost, manchmal auch ein wenig Befreiung gefunden. Deshalb wollten sie sich weiter damit beschäftigen.
So begannen wir mit ihnen, die Evangelien zu lesen und versuchten zu verstehen, was diese für unser Leben heute bedeuteten. Dabei sind sie auf die weinenden Frauen von Jerusalem gestoßen, mit denen sie sich gleich identifizierten - auch mit etwas Humor: las lloronas - die heulenden Frauen.
Die Evangeliensprache in Bilder zu übertragen war für sie dann nicht einfach. Sie hatten keine Vorbilder, keine Bilderbücher, kannten keine Museen. Nur eine Kunstlehrerin begleitete sie und ermunterte sie, ihre eigenen Bilder aus ihrem Innern zu holen.