Gottesdienste

26. November 10:00 Uhr
(Ewigkeitssonntag)
Pfarrerinnen Heike Iber und Heidrun Miehe-Heger
mit Kindergottesdienst
03. Dezember 10:00 Uhr
(1. Advent)
Pfarrerin Heidrun Miehe-Heger
mit Kindergottesdienst

Gemeindebrief

Aktuelle Ausgabe
November

Kirchenmusik

17. Dezember 2017 18.00 Uhr
Jauchzet! Frohlocket!
14. Januar 2018 18.00 Uhr
Orgelkonzert

Wie das chilenische Wandbild in die Johannesgemeinde kam

Erika Reihlen (Handbuch 1989 für Älteste, "Hilfe, ich bin gewählt")

Der Teppich ist eine chilenische Handarbeit, und die Johanneskirchengemeinde hat ihn für eine gute Summe im Jahr 1981 von den Frauenwerkstätten Conchali bei Santiago erworben. Das alles kommt nicht von ungefähr, sondern hat als Hintergrund persönliche Kontakte.
Da reiste Mitte der 70er Jahre ein Gemeindmitglied dienstlich nach Santiago, im Reisegepäck die Adresse eines deutschen Pfarrers der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde in Santiago. Dieser, Axel Becker und seine Frau Sabine, von Beruf Lehrerin, hatten 1975 gerade damit begonnen, in einer Notsiedlung ohne Abwasserkanal und Licht - mitten im guten Wohngebiet Santiagos gelegen - die Kindergartenarbeit BELEN (= Betlehem) für die armen Familien aufzubauen. Die Gemeinde stand in regem Austausch mit einer christlich-ökumenischen Gemeinschaft um die katholische Missionsschwester Karoline Mayer, die in den Jahren zuvor bereits Erfahrungen mit der Gründung christlicher Basisgemeinschaften, Kindertagesstätten, einer Speisungsstätte und einer Poliklinik in Santiagoer Elendsgebieten gesammelt hatte.
Ich habe die Kindertagesstätten und Frauenwerkstätten von Schwester Karoline erlebt. In letzteren werden Web-, Strick- und Stickarbeiten von heute mehr als 700 Frauen hergestellt, auch die berühmten Arpilleras, die Sackleinenstickereien. Sie werden in Form kleinerer oder größerer Wandbehänge gestaltet. Dargestellt wird darauf die Arbeitswelt, das Leben der Stickerinnen. Das kann voll Hoffnung (Erwerbsarbeit, Schul- und Gemeindekommunikation) oder voll Trauer (Schlangestehen vor dem Arbeitsamt, Tanz mit dem Verschwundenen (Verhafteten)) sein ...
Das Leben unserer ökumenischen Freunde mit und unter den Armen - Schwester Karoline lebt zusammen mit zwei anderen Schwestern in einer Holzhütte mitten im Elendsviertel - hat bei uns verwöhnten Wohlhabenden tiefe Spuren hinterlassen. Wir haben in unserer Gemeinde berichtet, was wir gesehen haben, und die Gedanken, was wir aus der Arbeit in Santiago lernen, wie wir teilhaben und teilen können, sind seitdem in Bewegung ... Sichtbares Zeichen dieser ökumenischen Partnerschaft ist der Wandteppich im Altarraum unserer Kirche...