Gottesdienste

26. November 10:00 Uhr
(Ewigkeitssonntag)
Pfarrerinnen Heike Iber und Heidrun Miehe-Heger
mit Kindergottesdienst
03. Dezember 10:00 Uhr
(1. Advent)
Pfarrerin Heidrun Miehe-Heger
mit Kindergottesdienst

Gemeindebrief

Aktuelle Ausgabe
November

Kirchenmusik

17. Dezember 2017 18.00 Uhr
Jauchzet! Frohlocket!
14. Januar 2018 18.00 Uhr
Orgelkonzert

Johannesgemeinde im 3. Reich

Zum Rundbrief der Bekennenden Kirche

1933
Wahlen zum Gemeindekirchenrat (23. Juli) ergeben in Lichterfelde 55% der Stimmen für die "Deutschen Christen" gegen eine Mehrheit von "bekenntnistreuen" Pfarrern (8 von 10). (7. Sept.) Gründung des Pfarrernotbunds in Dahlem unter Beteiligung von Pfr. Praetorius (Pfr. in Johannes seit 1930)
1934
Barmer Bekenntnissynode (Mai) Dahlemer Bekenntnissynode (20. Okt.) Rundbrief Nr. 1 der Bekennenden Kirche in Berlin-Brandenburg (hg. von Pfr. Praetorius)
1935
Gestapo beschlagnahmt Rundbrief Nr.8 (Mai) Reichspressekammer verbietet Rundbrief (Okt.)
1937
Verhaftung von Martin Niemüller in Dahlem (1. Juli)
1939
450 Mitglieder der "Bekennenden Kirche" in der Johannesgemeinde
1940
Redeverbot für Pfr. Praetorius; 7 Mon U-Haft; Freispruch, Ausweisung aus Berlin. Übernahme von Pfarrdiensten in der Johannesgemeinde durch den von den NS suspendierten Generalsuperintendenten Otto Dibelius (Wohnung: Brüderstr. 4), Pfr. Hanns Lilje und Pfr. Hans C. Asmussen.

Am 8. November 1934, wenige Tage nach der Dahlemer Bekenntnissynode, erscheint die erste Nummer des Rundbriefes der Bekennenden Kirche (BK) für Berlin-Brandenburg. Herausgeber ist Will Praetorius. Der Rundbrief erscheint einmal im Monat und darf als Mitteilungsblatt nur an Glieder der Bekennenden Kirche verteilt werden.
In jeder Ausgabe (Auflage 50.000) weisen verschiedene Autoren auf die zunehmenden Schwierigkeiten in den Bekenntnisgemeinden und die sich zuspitzende Situation für BK-Pfarrer hin. Dies geschieht auch durch die Übernahme von Zitaten aus nationalsozialistischen Zeitungen und Reden, z.B.: "Wenn die Notbundpfarrer den Kampf wollen, so können sie ihn haben; allerdings müssen sie dabei bedenken, dass sie auch für die Folgen voll zur Verantwortung gezogen werden" (Hauk, Kreisleiter der NSDAP in Züllichau, Rundbrief Nr. 1).
Zudem werden Maßregelungen, Entlassungen und Verhaftungen von Pfarrern und Kirchenbeamten von Monat zur Monat deutlicher und direkter benannt. Jeder Rundbrief enthält eine Predigt oder Botschaft, in der zum Ausdruck kommt, warum das Bekenntnis in der Zeit des Nationalsozialismus von jedem Christen mehr denn je gelebt werden muss. "Durch Schweigen der Kirchen werden Tausende und Millionen Menschen in den Abfall von Gott geführt. Je mehr wir schweigen, desto größer der Abfall und desto mehr Schuld bei uns" (Gerhard Jacobi, Präses des Berliner Bruderrates der BK und Pfarrer an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Rundbrief Nr. 7). Nach vielen Schwierigkeiten mit der Geheimen Staatspolizei wird im Oktober 1935 Pfr. Praetorius die Herausgabe des Rundbriefes durch die Reichspressekammer verboten.

Die Rundbriefe sind heute im Archiv der Johannesgemeinde, Ringstr. 36, 12205 Berlin, aufbewahrt.

Literatur: Sabine Wernitzsch, Wo ist dein Bruder Abel?
Die Johannesgemeinde Lichterfelde im Nationalsozialismus, 1992, zu beziehen bei der Johannesgemeinde, Tel. 030 - 833 38 92