Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Geschichte der Johannesgemeinde

Geschichtlicher Überblick

Die Besiedelung Lichterfeldes in der Region der heutigen Johannes-Kirchengemeinde beginnt am Ende des 19. Jahrhunderts. Der Bau des Pfarr- und Gemeindehauses (1909) und der Johanneskirche (1914) begründen die Entwicklung zur Johannesgemeinde. Ihre Grenzen haben sich mehrfach verändert: Mitte der 1930er Jahre durch die Bildung der Martin-Luther-Gemeinde, 1940 durch neue Gebiete im Westen und Südwesten nach der 1938 verordneten Änderung der Bezirksgrenze zwischen Zehlendorf und Steglitz und schließlich durch die Teilung in Johannes-Nord und -Süd im Jahr 1969.

  • 1289 Erste urkundliche Erwähnung von Lichterfelde.
  • 14.-19. Jh. Lichterfelde ist Lehnsbesitz verschiedener Adelsgeschlechter. Von 1692 bis 1865 gab es mehr als zwanzig Besitzer des Gutes Lichterfelde.
  • 18./19. Jh. Die Kirchen in Lichterfelde und Steglitz werden vom Pfarrer in Giesensdorf betreut. 
  • 1865 Der Hamburger Kaufmann Johann Anton Wilhelm Carstenn erwirbt die Rittergüter Lichterfelde und Giesensdorf und leitet die Entwicklung zum Villenvorort ein. 
  • 1878 Vereinigung der beiden Gutsbezirke und Dorfgemeinden zur Landgemeinde Groß-Lichterfelde. Einweihung der Haupt-Kadettenanstalt.
  • 1891 Bildung der Kirchengemeinde Groß-Lichterfelde. 
  • 1893 Ruhestand des letzten, seit 1840 allein amtierenden Pfarrers Karl Stephani. Die Kirchengemeinde Steglitz wird selbständig.
  • 1894 Pfarrer Max Stolte wird Nachfolger von Pfr. Stephani.
Errichtung einer zweiten Pfarrstelle in Lichterfelde. Mit dem Wachstum des Ortes und der Errichtung neuer Kirchen werden in den folgenden Jahrzehnten weitere Pfarrstellen geschaffen. Die Pfarrer betreuen Seelsorgebezirke, die geographisch benannt oder den Kirchen zugeordnet sind.
  • 1894-1929 Pfarrer Franz Steinemann (im Westen, später Johannes I). 
  • 1894ffGründung von kirchlichen Frauenvereinen, Jünglings- und Jungfrauenvereinen (Ost und West), Beginn des Kindergottesdienstes in den beiden Dorfkirchen. Gründung des Lichterfelder Chorvereins unter Beteiligung von Pfr. Steinemann. 
  • 1898 15. Dezember: Einweihung der Petruskirche. 
  • 1900 2. Juni: Einweihung der Pauluskirche. 
  • 1902 Gründung des Vereins für Jugendpflege durch Pfr. Steinemann.
  • 1908/09 Bau des Pfarr- und Gemeindehauses Ringstraße 36. 
  • 1913 Eine der drei Lichterfelder Gemeindeschwestern des Frauenvereins für geordnete Krankenpflege im Kreis Teltow wohnt im Bereich der Johannesgemeinde.
  • 1913-1923 Pfarrer Eduard Le Seur für den Bezirk Johannes II.
  • 1914 31. Oktober: Einweihung der Johanneskirche (Grundsteinlegung an Himmelfahrt (1. Mai 1913).
Zur Johanneskirche gehören zwei Seelsorgebezirke.
Gründung der „Vereinigung der Freunde des Johanneskinderheims“. Beginn des Kinderheims in Räumen des Rotherstifts, dann ab 1916 in der Kommandantenstraße 25.
  • 1915 24. Januar: Konzert unter erstmaliger Mitwirkung des Kirchenchores der Johanneskirche.
Erste Weihnachtsmessen der Frauenvereine Johannes I und II. Heute als Adventsbasar fortgeführt.
  • 1918 Das angekaufte Haus Friedrichplatz 1 (Johanneskirchplatz 1) wird zweites Pfarrhaus.
  • 1920 1. Oktober: Bildung von Groß-Berlin. Lichterfelde bildet mit Steglitz, Lankwitz und Südende den 12. Bezirk.
Die Kirchenbücher werden in den Bezirken Giesensdorf, Paulus, Petrus und Johannes getrennt geführt.
  • 1924-1941 Pfarrer Carl Grüneisen.
  • 1930-1942 Pfarrer Will Praetorius.
  • 1933 Bei der Wahl zum Gemeindekirchenrat am 23. Juli erhält die Liste der Deutschen Christen (DC) in Lichterfelde 55 v. H. der Stimmen. Im Gemeindekirchenrat haben die DC dank der acht bekenntnistreuen Pfarrer (von zehn) keine Mehrheit. 7. September: Gründung des Pfarrernotbunds in Dahlem unter Beteiligung von Pfr. Praetorius.
  • 1934/35 Pfr. Praetorius gibt die Rundbriefe der Bekennenden Kirche (BK) in Berlin-Brandenburg heraus (Auflage: 50.000). Nr. 8 des Rundbriefes wird durch die Geheime Staatspolizei beschlagnahmt. Im Oktober 1935 verbietet die Reichspressekammer eine weitere Veröffentlichung. 
  • 1936 Errichtung einer kirchlichen Gemeindeschwesternstation. Entsendung von Schwestern des Central-Diakonissenhauses Bethanien (bis 1942).
  • 1939 In der Johannesgemeinde sind 450 Gemeindeglieder in der Liste der BK eingetragen. 
  • 1940 Fresken am Eingang zum Kirchraum durch Ursula Kükenthal.
Pfr. Praetorius erhält Redeverbot und wird ausgewiesen. Himmelfahrt 1941 wird Pfr. Praetorius in Düsseldorf erneut verhaftet und nach Berlin überführt. Nach sieben Monaten U-Haft endet der Prozess mit über zwanzig Angeklagten, denen Beteiligung an illegalen theologischen Prüfungen vorgeworfen wird, für ihn mit Freispruch. 
  • 1941ff Vertretung von Pfarrdiensten durch die Pfarrer Hanns Lilje und Hans C. Asmussen. 
  • 1942 Entsendung der ersten Gemeindeschwestern aus dem Diakonissenmutterhaus Salem in Köslin/Pommern, später in Minden/W. 
  • 1942-1965 Pfarrer Bruno Tecklenburg, Dienstantritt kriegsbedingt erst im Herbst 1945. 
  • 1943-1948 Pfarrer Siegfried Wegeleben.

 

Am 8. November 1934, wenige Tage nach der Dahlemer Bekenntnissynode, erscheint die erste Nummer des Rundbriefes der Bekennenden Kirche (BK) für Berlin-Brandenburg. Herausgeber ist Will Praetorius. Der Rundbrief erscheint einmal im Monat und darf als Mitteilungsblatt nur an Glieder der Bekennenden Kirche verteilt werden.

In jeder Ausgabe (Auflage 50.000) weisen verschiedene Autoren auf die zunehmenden Schwierigkeiten in den Bekenntnisgemeinden und die sich zuspitzende Situation für BK-Pfarrer hin. Dies geschieht auch durch die Übernahme von Zitaten aus nationalsozialistischen Zeitungen und Reden, z.B.: "Wenn die Notbundpfarrer den Kampf wollen, so können sie ihn haben; allerdings müssen sie dabei bedenken, dass sie auch für die Folgen voll zur Verantwortung gezogen werden" (Hauk, Kreisleiter der NSDAP in Züllichau, Rundbrief Nr. 1).

Zudem werden Maßregelungen, Entlassungen und Verhaftungen von Pfarrern und Kirchenbeamten von Monat zur Monat deutlicher und direkter benannt. Jeder Rundbrief enthält eine Predigt oder Botschaft, in der zum Ausdruck kommt, warum das Bekenntnis in der Zeit des Nationalsozialismus von jedem Christen mehr denn je gelebt werden muss. "Durch Schweigen der Kirchen werden Tausende und Millionen Menschen in den Abfall von Gott geführt. Je mehr wir schweigen, desto größer der Abfall und desto mehr Schuld bei uns" (Gerhard Jacobi, Präses des Berliner Bruderrates der BK und Pfarrer an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Rundbrief Nr. 7). Nach vielen Schwierigkeiten mit der Geheimen Staatspolizei wird im Oktober 1935 Pfr. Praetorius die Herausgabe des Rundbriefes durch die Reichspressekammer verboten. 

Die Rundbriefe sind heute im Archiv der Johannesgemeinde, Ringstr. 36, 12205 Berlin, aufbewahrt.

Literatur: Sabine Wernitzsch, Wo ist dein Bruder Abel?

Die Johannesgemeinde Lichterfelde im Nationalsozialismus, 1992, zu beziehen bei der Johannesgemeinde, Tel. 030 - 833 38 92

  • 1945 Gründung des Johanneskinderheimes und des Johannes-Kindergartens, Potsdamer Straße
  • 1949 Pfr. Walter Schackla (bis +1967)
  • 1954 01.04. Teilung der Gesamt-Kirchengemeinde Lichterfelde in fünf Gemeinden: Paulus, Johannes, Martin-Luther, Petrus und Giesensdorf
  • 1956 Gründung "Frohes Alter"
  • 1958 Pfr. Dietrich Kleiner (bis 1969)
  • 1964/65 Renovierung und Umbau der Johanneskirche, Neubau der Orgel
  • 1965 Festwoche zum 50. Geburtstag der Johanneskirche - Orgeleinweihung1966 Superintendent Backhaus (bis 1980)
  • 1968 Gründung: "Treffpunkt - Johanneskirche"
  • 1969 Pfarrerin von Orlikowski (bis 1987) und Pfr. Andreas Schutzka (bis 1982)
    Teilung der Johannesgemeinde:
    der Südbezirk wird zur Johann-Sebastian-Bach-Gemeinde
  • 70er Jahre Aufbau einer Gemeindepartnerschaft mit Karlshorst "Zur frohen Botschaft"
  • 1971 Gründung der ersten Eltern-Kind-Gruppe
  • 1976 Johannesgemeinde wird Mitglied der Ökumenischen Entwicklungsgenossenschaft
    Gründung des Vereins "Nachbarschaft hilft Wohngemeinschaft" (NHW e.V.)
  • 1981 Johannesgemeinde erwirbt das Altarbild aus den Werkstätten der von Schwester Karoline Mayer gegründeten Basisgemeinde in Santiago / Chile.
    Musicalgruppe entsteht aus der Gemeinde-Jugendband
  • 1982 Pfarrer Friedrich Wirnsberger (bis 1992) und Jörg Passoth (bis 1996)
    Friedensgruppe in der Johannesgemeinde
  • 1988 Pfarrer Gottfried Brezger (bis 2012)
  • 1989 Johannes - Kinderheim geht in die Trägerschaft von NHW e.V. über
    Gründung der Elterninitiative Schülerzirkel
    Kirchenrenovierung
    31.10. (Reformationstag) 75-jähriges Jubiläum der Johanneskirche mit Festwoche 5.-12. Nov. 1989
  • 1990 Renovierung des Innenraums der Kirche
  • 1992 1. Advent: Gemeindepartnerschaft mit der Ev. Luth. "Church of Hope" in Ramallah/Palästina
  • 1995 Die erste "Goldene Konfirmation"
  • 1997 Gemeindetage zur Entwicklung von Perspektiven des Mitwirkens in Johannes (open-space-Methode)
    Feiern zum 500. Geburtstag von Philipp Melanchthon (seine Statue steht gegenüber der Martin Luthers über dem Eingang zur Johannesgemeinde)
    16.8. Pfarrerin Christiane Jenner
    Renovierung der Heizungsanlage der Kirche
  • 1998 März: Beginn der monatlichen Sonntag-Abendmusiken
    Mai: Eröffnung Café Nachbar (bis 2009) mit Kirchen-Café
    Der erste Zivildienstleistende in der Johannesgemeinde
    Kindernotfonds-Johannesgemeinde vergibt jährlich die Zinsen aus einer anonymen Spende an Hilfsprojekte für Kinder und ihre Familien
  • 2000 Gemeindetag zum Leitbild der Johannesgemeinde
    Renovierung des Kirchendachs
  • 2001 Übergabe der Diakoniestation an das Diakoniewerk Bethel gGmbH
    Erster Besuch von Frauen aus der Gemeinde in Warschau bei ehemaligen Zwangsarbeitern
  • 2002 Renovierung des Fußbodens in der Kirche
  • 2003 Renovierung der Kirchenfassade
    29.05. Tauferinnerungsfeier beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin
    08.11. Gemeindetag: Gottesdienst - die Mitte unseres Gemeindelebens
  • 2004 Bonhoeffer-Seminar mit Altbischof Schönherr und Sup. Rißmann (Karlshorst)
    Okt. Bettina Heuer-Uharek übernimmt Kantorei und beginnt mit Kinderchor
  • 2005 08.06. Verlegung der ersten Stolpersteine für deportierte Lichterfelder Juden (Kyllmannstraße 22)
    Besuch von Jugendlichen aus Ramallah
  • 2006 Frühjahr: „Fenster für die Armen“ - Ausstellung von „Arpilleras“ (Stoffbilder aus Chile); Besuch von Schwester Karoline Mayer, Santiago
  • 2007 Veranstaltungen und Exkursionen zum Paul-Gerhardt-Jahr
  • 2008 Bibelland an der Johanneskirche
    Regionales Jugendmusikprojekt zusammen mit der Paulusgemeinde
    Beginn der Jugendandachten
  • 2010 Melanchthon-Ausstellung zu seinem 100. Todestag
    Renovierung und energetische Sanierung der Johannes-Kita Baseler Str. 67
    „Offene Kirche“ mittwochs 18-19 Uhr
    11.Dez. J.S.Bach, Weihnachtsoratorium I-III (Kantorei, Cappella Occasionum, Pro Coro / Kiel, Leitung: Bettina Heuer-Uharek)
  • 2011 Nov. Besuch aus Ramallah (Ältesten und Pfarrer)
    Dez. Jugendliche kommen zum Taizé-Jugendtreffen
  • 2012 17. Juni, Abschieds-Gottesdienst Pfr. Gottfried Brezger
    12. Aug. Einführungs-Gottesdienst Pfarrehepaar Heike Iber (bis 2018)/ Roland Wicher (bis 2016)
  • 2014 Umbau und Sanierung Kita, Eröffnung des Krippenteils
  • 2016 25.Sep. Abschieds-Gottesdiesnst Pfr. Roland Wicher
  • 2017 08. Jan. Abschieds-Gottesdienst Pfrn. Christiane Jenner
    26. Feb. Einführungs-Gottesdienst von Pfrn Heidrun Miehe-Heger
  • 2018 11. Nov. Abschieds-Gottesdienst Pfrn. Heike Iber
  • 2019 26. Mai Einführungs-Gottesdienst von Prfn Ulrike Klehmet

Letzte Änderung am: 29.06.2019